Positives, Merkwürdiges und Negatives nach 18 Tagen in Kambodscha

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  • Dass die Kambodschaner so fröhlich und freundlich sind, nach all dem Grauen, dass sie noch bis in die 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erleben mussten, ist schon erstaunlich. Man trifft natürlich meist die jüngere Generation an, die das nicht mehr oder nur als Kind erlebt hat.
  • Viele schöne Ressorts sind sowohl an der Küste als auch im Landesinneren gebaut worden und die Menschen sind es Wert, dass man sie besucht und ihnen damit zu etwas Wohlstand verhilft.
  • In vielen Hotels und Anlagen werden Fahrräder kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Zustand ist nicht der beste, aber das ist in Südostasien ein generelles Problem. Wartung und Reparatur sind Fremdworte.
  • Die Hauptstraßen sind in ordentlichem Zustand, dadurch ist das Reisen recht bequem.
  • Das Busnetz ist gut ausgebaut, man kommt ohne Schwierigkeiten überall hin. In den Orten selbst stehen Tuktuks zur Verfügung.
  • Reisanbau und Kautschukplantagen sind die wichtigsten Wirtschaftszweige in diesem Land. Nach und nach besinnt man sich beim Reisanbau wieder auf alte Methoden ohne Kunstdünger-Einsatz und erzielt damit Spitzenqualität.
  • Obwohl unter den Roten Khmer die Religion verboten war, bekennen sich heute wieder über 90% zum Buddhismus.
  • Glaube und Aberglaube existieren hier quasi gleichberechtigt nebeneinander. Schon den Kindern wird durch Erzählungen von Geistern Angst eingeflößt, und die lässt sie nie wieder los.
  • Die Häuser werden in ländlichen Gebieten immer auf Stelzen gebaut. Dass damit eine gewisse Sicherheit bei Überschwemmungen in der Regenzeit gegeben ist, ist nur ein Teil der Wahrheit. Der andere ist, dass man glaubt, dicht unter der Erde  leben die Geister. Sie können dann nicht so schnell in die Häuser kommen.
  • Die Tuktuks sehen in jedem Land anders aus, hier wird eine Art Kutsche von einem Moped gezogen. Und weil dabei der Motor leicht überhitzt, haben sich die Menschen eine pragmatische Lösung einfallen lassen. Ein Wasserkanister an einer Seite lässt permanent einen leichten Wasserstrahl über den Motor rinnen, um ihn zusätzlich zu kühlen.
  • Siem Reap ist durch das nahe gelegene Angkor eine wohlhabende Stadt geworden. Es wird berichtet, dass eine private Organisation für die Ticketverkäufe zuständig ist. Der Staat hat lediglich Einnahmen in Höhe von einer Million US$ pro Jahr..
  • In ländlichen Gegenden laufen die Kinder bis zum Alter von 3 Jahren nackt herum.
  • Schulunterricht läuft noch nach alten Mustern. Auswendiglernen ist die Devise, Mitdenken nicht erwünscht. Uns wurde berichtet das man den Kindern oft erzählt, dass sie ihrem Land am besten dienen, wenn sie Reisbauern werden.
  • Die Mädchen tragen sehr konservative Schuluniformen. Bis ca. 10 Jahre tragen sie zur weißen Bluse einen dunkelblauen Faltenrock der die Knie bedeckt. Die älteren Mädchen tragen den traditionellen Wickelrock, der bis zur halben Wade reicht in derselben Farbe.
  • Beim Mopedfahren gibt es eine neue Variante; die kleinen Kinder stehen entweder vor oder hinter dem Fahrer auf dem Sitz und werden von ihm oder dem Beifahrer mit einer Hand festgehalten.
  • Auf den öffentlichen Toiletten hängen häufig Schilder (ähnlich dem abgebildeten), die verschiedene Dinge verbieten: Mit den Schuhen auf der Toilettenbrille hocken, sich in der Toilette die Füße waschen oder unter der Reinigungsdüse die Haare oder Schuhe waschen.
    Es gab keine Toilettenbrille, die nicht abgeschabt gewesen wäre, was die anderen Punkte betrifft, sind die nicht so ohne weiteres zu überprüfen.

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  • Und auch hier das leidige Problem mit dem vielen Plastik. Gemäß einer Statistik verbrauchen die Kambodschaner 10.000 Tüten pro Kopf und Jahr. Es reicht z.B. nicht, Getränke im Plastikbecher mit Deckel zu verkaufen, das Ganze muss noch extra in eine Plastiktragehülle gepackt werden.
    Manche Menschen versuchen, das Abfallproblem es auf ihre eigene Art zu lösen, indem sie alles auf einen Haufen werfen und anzünden (inklusive Dosen und Plastik). Früher, als Bananenblätter das einzige Verpackungsmaterial waren, hat das gefahrlos funktioniert.
    Da wartet noch eine große Aufgabe auf die Regierung, erstens für eine funktionierende Müllabfuhr zu sorgen und zweitens die Menschen entsprechend aufzuklären.
  • Man sieht viele behinderte Menschen. In Angkor sahen wir zwei Bands, die nur aus Menschen bestanden, die blind waren oder denen Gliedmaßen fehlten. Aber sie spielten ihre Instrumente mit  vollem Elan. Einem Mann, dem beide Hände fehlten, hatte man die Trommelstöcke mit Bändern an den Armstümpfen festgebunden.
  • Viele Landminen sind noch nicht aufgespürt und entschärft worden, von manchen Gebieten wird deshalb von einem Besuch abgeraten. So sind die Gräuel des Krieges mit dessen Ende noch nicht ausgestanden.

Würden wir wieder hinfahren? Auf jeden Fall.

Chum riap lia Kambodscha

 


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