Hikkaduwa, Galle und ein Markt (Sri Lanka)

Um 13.40 Uhr soll der Zug in Bentota abfahren, und zum zweiten Mal sind wir überrascht, wie pünktlich er ist. Dieses Mal – wir fahren 3. Klasse – haben wir genügend Platz.

DSC08536Zwischendurch steigen große Gruppen von Schulkindern ein. Kein Geschubse, kein Gerangel, sie gehen richtig nett miteinander um. Es wird viel gelacht, Mädchen und Jungen sitzen und stehen in Gruppen zusammen und haben sich offenbar eine Menge zu erzählen. Alle tragen adrette Schuluniformen, nur bei den Ranzen zeigt sich der persönliche Geschmack. Bei kleineren Mädchen überwiegt die Farbe pink, bei den größeren ist die ganze Farbpalette vertreten. Auch bei Marken scheint es keine Vorliebe zu geben, jeder trägt eine andere.

Unsere Unterkunft ist 1,5 km vom Bahnhof Hikkaduwa entfernt, also lassen wir uns mit dem bewährten Tuktuk fahren. Ein Koffer wird hinter den Rücksitz geklemmt, der andere steht zwischen uns auf dem Sitz. Wir haben ein schönes Zimmer mit breitem Bett, sehr geschmackvollem Badezimmer, winzigem Balkon und wieder mit Klimaanlage. Wir stellen sie auf 28 Grad ein und haben damit eine angenehme Temperatur.

DSC08539Der Strand ist hier sehr viel schmaler als in Bentota und immer wieder sind flache Felsen im Wasser. Manchmal haben wir nur ca. 5 m zwischen Bebauung und Meer. Als die Sonne gerade untergeht setzen wir uns in ein Strandlokal. Kurz bevor unser Essen kommt, müssen wir ins Innere flüchten, weil ein Wolkenbruch niedergeht. Aber so schnell er kam, so schnell ist er vorbei.

Der Geschäftsführer unseres kleinen Hotels macht uns am nächsten Morgen, als wir zum Strand wollen, darauf aufmerksam, dass große Schildkröten am Strand seien. Wir können uns zunächst keinen Reim darauf machen. Wir schwimmen im angenehm temperierten Wasser, aber als wir einen kleinen Menschenauflauf sehen werden wir neugierig und laufen hin. Und tatsächlich, hier ist eine ca. 1 m lange Suppenschildkröte direkt am Strand. Sie läßt sich mit Algen und Seegras füttern, wird aber in der Brandung ganz schön hin und hergeschaukelt. Irgendwann reicht es ihr, und sie paddelt ein Stückchen raus. Insgesamt sehen wir immer wieder mal eine Flosse oder einen Kopf auftauchen und machen insgesamt vier von diesen herrlichen Tieren aus. Ein Einheimischer erzählt, dass es insgesamt sechs seien, die durch regelmäßige Fütterung standorttreu seien. Das ist natürlich eine Attraktion.

Am nächsten Tag wollen wir einen Besuch in Galle machen, um uns das von Portugiesen errichtete und von Holländern ausgebaute Fort anzusehen. Knappe 100 m von unserem Hotel entfernt ist die Bushaltestelle, alle 15 Minuten fährt ein Bus ab. Die Fahrt kostet 22 Cent pro Person und dauert ungefähr 45 Minuten.

Der Busbahnhof ist in der Nähe des Forts und aus dem ersten Stock des Terminals haben wir einen guten Blick auf das Fort und den davor liegenden Sportplatz, wo heute der Sieger der College-Kricket-Meisterschaften gekürt wird.

P1060706Innerhalb des Forts sind noch Gebäude aus der Zeit der Besetzung durch die Holländer vorhanden.

P1060718Die gewaltige Wallanlage ist ca. 3,5 km lang, aber um diese Strecke abzulaufen ist es heute einfach zu heiß. Dass es ein beliebtes Ausflugsziel ist, sieht man an den vielen Besuchern unterschiedlicher Nationalitäten und den vielen Liebespaaren, die sich unter aufgespannten Regenschirmen verstecken.

DSC08559Von oben können wir sehen, dass das Kricket-Turnier vorbei ist und nun die Siegerehrung vorbereitet wird. Eine große Sache, bei der auch das staatliche Fernsehen anwesend ist.

P1060702Die katholische Kirche St. Mary‘s besuchen wir als nächstes. Obwohl Bischofssitz, ist sie doch sehr schlicht gehalten.

DSC08556Als wir kommen, scheint gerade der Gottesdienst vorbei zu sein und viele junge Männer sind dabei, jede einzelne Sitzbank samt Lehne mit feuchten Tüchern abzuwischen. Galle ist voll, laut und trubelig und so nehmen wir schon am Nachmittag den Bus zurück.

In der Nacht hat es wieder heftig geregnet und der Himmel ist grau von Wolken. Also heute nicht ins Meer, dafür laufen wir am Strand entlang bis ins Zentrum, das rund um den Bahnhof liegt. Wir wollen noch einen Spanngurt besorgen, aber so etwas kennt man hier nicht. Dafür landen wir plötzlich auf dem Wochenmarkt und sind in einer anderen Welt.

DSC08579Ein Geschiebe und Gedränge, Männer und Frauen wollen heute am Sonntag ihre Einkäufe machen.

DSC08589 Es gibt alle Arten von Obst und Gemüse, Gewürzen, Haushaltswaren, Kleidung, lebende Tiere, Trockenfisch, eben alles, was man so zum Leben braucht.

DSC08572An den Ständen mit Obst und Gemüse sitzen die Händler auf dem Boden und klappern mit ihren altertümlichen Hängewaagen, indem sie Schrauben und Muttern in den Metallschalen schwenken, um die Kundschaft auf sich aufmerksam zu machen.

DSC08584Es ist eine Welt, die wir nicht kennen, aber niemand scheint sich zu wundern, dass wir als Europäer hier herumlaufen. Wir werden genauso zum kaufen gedrängt wie alle, die sich auf diesem Markt befinden.

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Zierfische sind sehr beliebt

Weil wir keine Lust haben, uns durch die Menschenmassen zurück zu kämpfen, verlassen wir das Gelände über eine Seitenstraße. Leider war unser Besuch in der Stadt nicht erfolgreich, aber der Spaß, den wir hatten wiegt das allemal auf.

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Mädchen in Sonntagskleidern

Nach einer kleinen Pause machen wir noch einen Spaziergang durch das Wohngebiet unmittelbar am Hotel. Schöne Häuser in schönen Gärten. Wir werden angesprochen, ob wir zum Tempel wollen. Wollen wir nicht, aber alle schauen uns so erwartungsvoll an, dass wir nicht nein sagen können. Also lassen wir uns hinführen. Unser Begleiter läuft einfach durch einen Garten und wir hinterher. Über ein Feld mit Zimtpflanzen, und dann sind wir am Hintereingang des Tempels. Hier verabschiedet sich der nette Mann und wir verlassen das Tempelgelände auf der Vorderseite. Am Flüsschen entlang laufen wir zurück und sehen in der Dämmerung die größte Gruppe von Flughunden, die wir bisher hatten. An mehreren Bäumen hängen sie wie übergroße Birnen, ab und an lässt sich einer fallen, fliegt eine Runde, um sich an einen anderen Ast zu hängen. Es sieht aus wie das Aufwärmtraining vor dem großen Start.

Als wir unserem Strand näher kommen, steht dort wieder eine Menschengruppe: „Schildkrötenalarm!“ Vier Tiere sind am Strand und lassen sich mit Algen und Seegras füttern, so bekomme ich doch noch ein paar Fotos.

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7 Gedanken zu “Hikkaduwa, Galle und ein Markt (Sri Lanka)

  1. Tja, Ihr Lieben, als armchair traveler genieße ich Eure Reise besonders entspannt, bei einem Glas „Primitivo“. Wie mir einige Bilder zeigen, macht eine Schuhcreme-Fabrik dort keinen Sinn. Die Menschen laufen entweder barfuß oder in Flipflops herum. Ich könnte mir vorstellen, daß die Hitze, gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit, mit der Zeit lästig wird. In Kambodscha soll das beides besonders hoch sein.
    Schätze, daß während Eurer Reise sicherlich der Gedanke reift, irgendwann ein Buch über das Erlebte zu verfassen.
    Weiterhin tolle Erlebnisse und bleibt gesund. Ich bleib dran!
    Liebe Grüße
    Werner

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  2. Liebe Linde,
    ich wünsche euch wunderschöne Tage in Hikkaduwa. Ich erinnere mich an sehr schönen Schmuck mit Mondsteinen. Gibt es noch die Schmuckgeschäfte?

    Werdet ihr auch nach Kandy und ins Hochland reisen?

    Liebe Grüße
    elke

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    1. Liebe Elke,
      ehrlich gesagt habe ich um die Schmuckgeschäfte einen großen Bogen gemacht. Unsere beiden Gepäckstücke sind bis auf den letzten Platz gefüllt, und ich habe mir fest vorgenommen nichts zu kaufen, obwohl ich Mondstein sehr mag.
      Viele Grüße aus Kandy
      Linde

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  3. Hallo Ihr Lieben
    es ist schön zu erfahren, dass es Euch gut geht. Wir lernen durch Eure detaillierten Beschreibungen auch die Welt kennen, etwas weniger anstrengend, zu Hause im Sessel. Auf Grund unserer diversen Wehwechen könnten wir so eine Reise auch nicht mehr meistern, um so mehr freuen wir uns über Eure Berichte.
    Klaus, Dein Anruf Samstag in Obergeis war eine Riesenüberraschung, alle haben sich gefreut.
    Unser Quartett Klaus Schrader, Peter, Volker und Klaus Hochberger haben gut gespielt und unser Klaus aus Kassel ist wieder in bester Form.
    Weiterhin gute Reise und viel Gück
    Christa und Werner

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    1. Liebe Christa,
      schade, dass die Telefonverbindung am Samstag so schlecht war, aber immerhin haben wir am Anfang ein traumhaftes Quartett hören können. Wir waren beglückt zu hören, dass wieder Musik im Haus ist.
      Und dass ihr so treue Leser des Blogs seid, freut uns natürlich auch sehr. Wir versuchen, Euch bei maximaler Gelenkschonung mit um die Welt zu nehmen.
      Herzlichst
      Linde und Klaus

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